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Geistliche und liebliche Lieder : welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt ... nebst einigen Gebeten von Johann Porst
Entstehung
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vom Leiden Christi.

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In eigener Melodie.

102 Osgebemeir

ner Liebe, du erwuͤnschte Seligkeit, die du dich aus hoͤchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Schlachtschaf ein⸗ demem und bezahlt mit einem Blute alle Misse⸗ that der Welt.

2. Lebe, die mit Schweiß

und Thraͤnen an dem Oel⸗ dend sich betruͤbt; Liebe,

die mit Blut und Sehnen

unautshorlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Wil⸗ len GOttes Zorn und Eifer traͤgt, den, so niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt.

3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehoͤrt; Liebe, die mit Angst und Schmerzen auch der strengste Tod ver⸗ sehrt; Liebe, die sich lie⸗ bend zeiget, als sich Kraft und Athem endt; Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt.

4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt um⸗ fangen wollt; Liebe, die aus Liebs⸗Erbarmen mich zuletzt, in hoͤchster Huld, ihrem Vater uͤberlassen, die selbũ starb und fuͤr mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich 5 Verdienst vertrat.

5. Liebe, die niit so viel mein Tro

Wunden, gegen mich, als seine Braut, unaufhörlich u sich verbunden, und auf ewig anvertraut: Liede, laß auch meine Schmerzen,

meines Lebens Jammer⸗ pein, in dem blutberwund⸗ ten Herzen, sanft in dir gestillet sein.

6. Liebe, die fuͤr mich gestorben und ein immer⸗ waͤhrend Gut an dem Kreu⸗ zes⸗Holz erworhen, ach wie denk ich an dein Blut? Ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du! wenn ich in der letzten Stunden sanft in 7 Seiten ruh.

Liebe, die sich todt und fuͤr mein erkaltes Herz in ein kaltes Grab gesenket: ach wie dank ich deinem Schmerz?

abe Dank, daß du ge⸗

orben, daß ich ewie ben kann, und der See⸗ len Heil erworben: nimm mich, liebster JIEsu, an. Adam Drese.

Mel. vater unser im

Himmelreich. 103 Elend/

* Jammer, Angst und Noth! seh ich doch meinen IEsum todt. Er ist verstarret ganz und gar, der einzig meine Hoff⸗ nung war. Nun nimm, nun nimm dies Leben hin: ich ruh nicht, bis ich auch fort bin.

2. Nichts ist nun auf der ganzen Welt, das mein Gemuͤth zufrieden stellt, und Freude, GOttes Sohn, mein Lieb

und Leben ist davon. Ach nimm, ach nimm dies Le⸗ ben hin: ich* nicht, bis h auch fort bin.