68 Am 18. Sonntage nach Trinitatis.
aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm
geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen
hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Schaam unten an sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden.
Epistel, Ephes. 4, 1⸗6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie es sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Frie— dens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater(unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen.
Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34⸗46.
Da aber die Pharisäer hörten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und Einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn,
von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem
Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das
andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben
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