Erste Abtheilung.
b. Allwissenheit Gottes.
Mel. Christ, unser herr, zum jordan ꝛe.
14. Allwissender vollkommner geist! Deß auge alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entzie⸗ het: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der fin⸗ sterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, Und vor gericht zu bringen.
2. Selbst die gedanken kennest du, Eh
sie in mir entstehen, Und was ich wünsche,
rede, thu, Das kann dein auge sehen. Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest herz und nieren, Und alle gründe siehst du klar, Die unser thun regieren; Nichts bleibt vor
dir verborgen. 3. Was deiner freunde herz begehrt Das weißt du, eh sie beten, Ihr seufzen wird
von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten mor⸗
gen, den keine schatten decken.
4. Was nach verfließung vieler zeit
Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen.
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