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Morgen Lieder.
Roͤm. 13, 12. Die Nacht ist verg. 3. Mel. Komt her zu mir, spricht. us, auf, mein Hertz! zu GOtt dich schwing, mit Freuden deinem Schoͤpfer sing, weil schon die Nacht vergangen: Gleichwie vom Schlaf sich jetzt aufricht't der Leib, so laß der Seele nicht den Suͤnden⸗Schlaf anhangen.
2. Sieh, wie mit frischer Wa⸗ ckerheit der gantze Erdkreiß ist be⸗ reit, des Schoͤpfers Macht zu eh⸗ ren; ja, was sein gantzer Raum beschleußt, mit hochster Muͤhe sich befleißt, des Schoͤpfers Ehr zu mehren.—
3. Was soll denn diese Traͤgheit seyn, die nur, mein Hertz, bey dir allein noch gleichwol wird gespu⸗ ret? O! sey nicht dummer wie das Wild/ du bist ja mit des Schoͤ⸗ pfers Bild von ihme selbst gezieret.
4. Nun, HErr, du schaffest, daß dis Licht, das jetzt schwach durch die Wolcken bricht, bald voͤllig wird aufgehen; O! laß auch in dem Hertzen mein aufgehen deiner Weisheit⸗Schein, daß ich dich moͤg verstehen.
5. Auch Gras und Blumen du jetzt schmuͤckst, da du mit deinem Thau erquickst das duͤrre Land der Erden: wann auch dein Geist mein Hertz befeucht't mit deiner Gnad, so wird es leicht von Tu⸗ gend fruchtbar werden.
6. Ja ie Hrr, daß ich diesen Tag nach deinem Wort so enden mag, damit ich dir gefalle, wenn dort der ew'ge Tag anbricht, da du, o schoͤnes Freuden⸗Licht, wirst scheinen uͤberalle ö 1 Mose 32, 10. Ich bin zu gering. 3. Mel. Der lieben Sonnen L. A Seel! und dancke deinem
HErrn, aus reinem Hertzens⸗ Grund, das helle Licht vertreibt die Stern, in dieser Morgenstun⸗ de, die Sonn entdecket dir der Guͤ⸗ te Gottes Zier, die sich u GOt⸗
tes Kinder Schau bespiegelt in dem Morgen⸗Thau.
2. Sprich: Gott, ich bin nicht nug darzu, die Gnade zu erzaͤh⸗ en, die du durch sichre Leibesru
erzeigt hast meiner Seelen: ich kan nicht zeigen an, was du mir Guts gethan, nebst andern, die auch trauen dir, und eines Glau⸗ beus sind mit mir.
3. Nun meiner Seelen Huͤly und Schutz, ich ruͤhme deine Treue, die deinen Kindern komt zu Nutz, die alle Morgen neue: ich danck hertzinniglich, daß du so Rendi mich, und auch die Mei⸗ nen, diese Nacht, durch deinen Engel, hast bewacht.
4. Gib, liebster Ott, daß fer⸗
ner auch ich heute Christlich wand⸗ le, und meiner Pflicht also ge⸗
hrauch, daß, was ich thů und hand⸗
le, gereiche mehr und mehr zu deis
nes Namens Ehr, zu meiner See⸗
len Heil und Schutz, und meines Naͤchsten Dienst und Nutz.
5. Behuͤte mich vor alle dem, was Leib und Seele kraͤncket; Hin⸗ gegen gib, was angenehm, was deinen Segen schencket: wend ab Gefahr und Noth, Krieg, Hun⸗ ger, Feu'r und Tod; schickst du mir aber Creutz mit zu, so gib Ge⸗ duld, Trost, Hülf und Ruh.
6. Ich wil gern alles nehmen an, zu Lieb und auch zu Leide, weil dei— ne Hand es andern kan, und wen⸗ den Leid in Freude. Dein Hertz auf mich gericht't, kan mich ver⸗ lassen nicht; Denn wer im Glau⸗ ben komt zu dir, der ist gesegnet fuͤr und fuͤr.
7. Nun dir sey alles heimge⸗ stellt, Seel, Leib, Stand, Gut und Leben, mach alles, wie es dir ge⸗ faͤllt, dir hab ich es ergeben, be⸗ wahre Stadt und Land, Lehr⸗ Wehr⸗ und auch Naͤhr⸗Stand, er⸗ halte Wort und Sacrament, gib ein vernuͤnftig selig 31
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