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Geistliches Neu-vermehrtes Altenburgisches Gesang- und Gebet-Buch : in sich haltend Den Kern Alter und Neuer Geistreichen Lieder und Gesänge D. Martin Luthers Und Anderer Christlichen Lehrer und frommer Christen / nebst einer Vorrede Herrn Carl Andreas Redels
Entstehung
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Stertien fuͤhren, den fuͤbtest du iu⸗ vor hinab. 9w

5. Det Tod mag andern duͤster scheinen, mir nicht, weil Sele, Herz und Muth in dit, der du ver⸗ lässest keinen, o allerliebstes Leben! ruh't. Wen kann des Weges End erschrecken wenn er aus Moͤrdervol⸗ len Hecken gelanget in die Sicher⸗

heit Meill Licht! so will ich auch

Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh' der Ewiafeitt. ö 6. Wie ist mir denn, o Freund der Selen! so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! mich kann Welt, Roth und Tod nicht quäͤlen, weil du, mein GOtt vergnuͤgest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüthe, nach deiner unumschraͤnkten Guͤte, des Himmels suͤßen Vorschmack seyn. Weg/ Welt! mit allen Schmei⸗ cheleyen; nichts kann, als JEsus, mich erfreuen, o reicher Trost: »Mein Freund ist mein.

(1358.)

Mel.(5.) Herzlich thüt mich berl. Witd IEsus so geschlagen, der nichts verschuldet hat? muß der sein Kreutze tragen, bis zu der Schaͤdelstatt? wird er daran ge⸗ henket! und leidet Hoͤllenyein? wugs wird denn(ach bedenket!) des Suͤnders Strafe seyn? 28 2. Er stellt sich nun zum Buͤrgen suͤr unsre Schulden dar, und GOtt laͤßt ihn so wuͤrgen, als waͤr' er offen⸗ bar der allergroͤßte Suͤnder, Betrug und Bosheit voll, so sagt mir, lieben Kinder! was der denn lelden soll? . 3. Wenn gruüne Baum' auf Er⸗ den dle Axt darnieder haut; was wirds mit denen werden, die man verdorret schaut?, muß GOttes Sohn so leiden fuͤr unsre Misse⸗ that, was wird GOtt dem beschei⸗

den, ders selbst verdienet hat? 4. Und doch wagt man es immer auf Christi Soͤhnamt hin, bekehrt

sich nun und nimmier, bleibt stets 1ππ⁰⁷⁰½⁰Tᷣ8asd

Zweeter Anhang.

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aüf einem Sinn, als haͤtt' er lelden muͤssen nur uns zur Sicherheit, die Suͤndenlust zu buͤßen recht mit Be⸗

quemlichkeit. ö

5. Allein du wirst erfahren, wie du betrogen bist, wenn du nach kur⸗ zen Jahren dich in der Hoͤllen siehst; kannst du die Suͤnde lieben, die JE⸗ sum so bettuͤbt, so wird sie dich betruͤs ben, wenn er den Lohn dir giebt.

6. Denn, muß der HErr so lei⸗ den fuͤr fremde Missethat; was wird GOtt dem bescheiden, der Zorn vetdienet hat? wenn gruͤne Baͤum? auf Erden die Axt daͤrnieder haut/ wie wirds mit denen werden, die man verdorret schaut?

(1356.) E, H. E. B. V. E.

Vsalm 1.

M.(55.) Herzliebster JEsu lewgs ꝛe Wohl dem, der nie der Zuͤnder

Straße wandelt! der sern von Spoͤttern, heilig denkt und han⸗ delt, und im Gesetz, das seihe Se⸗ le liebet, sich fleißig uͤbet.

2. Der gleicht dem Baum, del durch den Bach getraͤnket, stits gruͤnt und bluͤht, und reiche Fruͤe schenket: Er sieht erfreut wie alle A⸗ ne Thaten nach Wunsch gerathen

3. Doch so ist nicht der Zustan frecher Spoͤtter, sie sind wie Spre⸗ lerstreut im Sturm der Wetter, und muͤssen schnell, eb' sie es sich versehen, zu Grunde gehen.

4. GOtt kennt den Weg der From⸗ men und Gerechten, und zeichnet selbst die Laufbahn seinen Knechten; allein der blumenreiche Weg der Thoren ist stets verloten. ö

(1357.J. NM. P. In eigne Mel.

eilig ist GOtt der Vater! Hei⸗ ö

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lig ist GOtt der Sohn! Hel⸗ lig ist GOtt der Heilige Geist!

2. Er ist der HErr Zebaoth, a le Land sind seiner Ehre voll! Ho sianna dem Sohn David!

2. Gelobet sey der koͤmmt im Namen des HErrn! Hosianna in, der Hoͤhe, in der Hoͤhe! 16

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