357 Streben nach der Vollendung des Heiles
4 wie wird uns sein, wenn nun dem Liebeszuge
zu dem, der uns den Himmel auf⸗ getan,
mit ungehaltnem, sehnsuchts-— vollem Fluge
die frei gewordne Seele folgen kann;
wenn nun vom Hug des Glaubens lichte Hülle
wie Nebel vor der Morgensonne fällt
und wir den Sohn in seiner Gottes⸗— fülle
erblicken auf dem Thron als herrn der Welt!
5 Wie wird uns sein, wenn wir ihn hören rufen:
Kommt, ihr Gesegneten! wenn wir, im Licht
dastehend an des Gottesthrones Stufen,
ihm schauen in sein gnädig An⸗ gesicht,
die Hugen sehn, die einst von Tränen flossen
um Menschennot und herzens— härtigkeit,
die Wunden, die das teure Blut vergossen,
das uns vom ewgen Tode hat befreit!
6 Wie wird uns sein, wenn durch die himmelsräume
wir hand in hand mit Selgen uns ergehn
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am Strom des Lebens, wo die Lebensbäume
frisch wie am dritten Schöpfungs⸗— tage wehn;
da, wo in ewger Jugend nichts veraltet,
nicht mehr die Seit mit scharfem Sahne naͤgt;
da, wo kein kuge bricht, kein Herz erkaltet,
kein Leid, kein Schmerz, kein Cod die Selgen plagt!
7 wie wird uns sein, wenn jeder Blick zur Erde, ins dunkle Tal, das uns zu Füßen
liegt,‚
und jeder Blick auf jegliche Be— schwerde,
die wir, im Glauben wallend, einst besiegt,
die Herrlichkeit des himmels uns verkläret
und den Genuß des Friedens selger macht,
die Freude würzet und die Liebe nähret
zu dem, der herrlich uns hindurch— gebracht!
8 wie wird uns sein! O was kein Aug gesehen,
kein Ohr gehört, kein Menschen⸗ sinn empfand,
das wird uns werden, wird an uns geschehen,
wenn wir hineinziehn ins gelobte Cand.
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