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Gebet in der Charwoche nach der Predigt.
Erhebet euere Herzen zu Gott und betet mit Andacht:
Barmherziger Gott, himmlischer Vater! Wie können wir dir genug danken für deine unendliche Liebe, die dich bewogen hat, deinen eingebornen Sohn Jesus Christus für uns dahinzugeben in bitteres Leiden und schweren Tod.
Gieb uns doch diese Liebe in dem Lichte deines heiligen Geistes also zu erkennen, daß unsere Herzen dadurch zu dankbarer Bewun⸗ derung und herzlicher Gegenliebe gebracht und im lebendigen Glauben an dich gestärkt werden. Lehre uns das Leiden und den Tod deines Sohnes erkennen und annehmen als eine vollkommene Versöhnung für unsere Sünden, damit wir durch diesen Glauben der Vergebung derselben und deiner Huld versichert werden.
Herr Jesu, theuerster Menschenfreund! Laß uns nie vergessen, daß du um unserer Uebertretungen willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen wurdest, damit wir durch dich Frieden hätten und durch deine Wunden gesund würden. Laß uns aus deinem Leiden in allem unserm Leiden Geduld und Trost schöpfen und immer auf dich sehen, du erhabener Dulder! Aus dem reichen Schatze deiner Erbarmung laß uns alle Fülle der Gerechtigkeit, des Friedens, des Heils und der Seligkeit hernehmen.
Verleihe uns die Kraft, daß wir durch das Andenken an dein Leiden und Sterben alle sündlichen Regungen des Fleisches besiegen, damit der sündliche Leib kraftlos gemacht werde und wir der Sünde nicht mehr dienen. Drücke in unsere Herzen dein heiliges Vorbild, daß wir im Aufsehen auf dich immer demüthiger und geduldiger, immer sanftmüthiger und versöhnlicher werden.
So laß es uns, himmlischer Vater, gelingen, daß, wie dein Sohn Jesus Christus durch Leiden und Tod in seine Herrlichkeit eingegangen ist, auch wir einst als seine treuen Nachfolger in dieselbe aufgenommen werden, und dir alsdann, was wir jetzt noch nicht vermögen, voll— kommen danken. Amen, um deiner theuren Liebe willen, Amen.
Charfreitag.
Erstes Gebet vor der Predigt.
Lasset uns aufsehen auf den Anfänger und Vollender des Glau— bens, Jesus, welcher für die Freude, die ihm vorgelegt war, das Kreuz erduldet, die Schande verachtet und sich zur Rechten des Thro⸗ nes Gottes gesetzt hat.
Ewiger Gott, barmherziger Vater! Wir sagen dir Lob und Dank für deine unaussprechliche Barmherzigkeit, daß du uns armen Sündern diesen Mittler und Erlöser geschenkt und uns durch ihn deiner Liebe und Gnade versichert hast. Deines eigenen Sohnes hast du nicht verschonet, sondern ihn für uns in den Tod dahin gegeben. Nun sind wir gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend eine Gewalt


