Wissens ist. Mit seltener Uneigennützigkeit hat dieser nun auch zu den Chören der Seligen versammelte Gelehrte mir über einzelne Lieder und Melodien Mitteilungen gemacht, die unserm Buche selbst in der vereinfachten Form, in der ich sie anbringen mußte, zur Zierde gereichen.
Die Tonsätze, welche bereits in der 13. Auflage größtenteils von mir erneuert waren, haben auch diesmal nicht unerhebliche Verbesserungen erfahren. Doch glaubte ich von den bisher von mir vertretenen Grundsätzen um so weniger abgehen zu müssen, als dieselben mir durch fortgesetzte Studien sich als probehaltig erwiesen haben. Im Gegensatze zu den harmonischen Künsteleien, in denen sich die Herausgeber so mancher neueren Liedersammlungen gefallen, legte ich das Hauptgewicht auf einen ein⸗ fachen volkstümlichen Satz, weil nach meiner Überzeugung das Einfache noch immer das Schönste ist.
Hiermit übergebe ich denn den ersten Band der„Großen Missionsharfe“ in abermals erneuter Gestalt allen Freunden geistlicher Musik. Wenn auch nach ihrer ganzen Anlage für den Dienst im Vorhofe zum Heiligtume bestimmt, wo freilich ein Tag besser ist denn sonst tausend, so wird, hoffe ich, unsere Sammlung doch auch fürderhin an ihrem bescheidenen Teile dazu beitragen, daß Gottes Reich komme hier auf Erden. Seiner Gnade sei unser Buch auch weiter empfohlen!
Am vierzigjährigen Todestage Philipp Spittas 1899.
B. G. Emil PNiemeyer.
Vorwort zur einundzwanzigsten Kuflagr.
Der vorliegende Band der„Großen Missionsharfe“ hat auch diesmal mancherlei Verbesserungen erfahren, doch zumeist nur solche, welche die historischen Notizen betreffen. Es liegt auf der Hand, daß an einem so weitverbreiteten Buche nur mit Vorsicht ge⸗ ändert werden darf, schon um dem Gebrauch früherer Auflagen nicht Abbruch zu tun.
Trotz mehrfach an mich ergangener Wünsche habe ich meine Stellung zu den sog. englischen Liedern nicht ändern können. Ich stimme im Gegenteil mit W. Brandt überein, der in seiner auch sonst lesenswerten Schrift„Aus dem Leben— Un⸗ bekehrten“. Gütersloh 1905, S. 57 die englischen Lieder„elende Reimereien nennt und dann fortfährt:„Es ist schade, daß sich deutsche Art selbst auf diesem Daiel nicht verleugnet; statt uns zu freuen an dem Reichtum unsers evangelischen Liederschatzes — und, fügen wir hinzu, Melodienschatzes—, immer tiefer daraus zu schöpfen,— statt dessen gehen wir hin und essen ausländisches Bettelbrot.
Der Herr aber, der sich so sichtbarlich zu dieser Sammlung bekannt hat, lege auch ferner seinen Segen auf die darin enthaltenen Gesänge, daß sie— Frieden, Freude und Trost bringen allen Gott suchenden Seelen und dienen zur 5 gründung eines gesunden evangelischen Geistes und Sinnes in dieser glaubensarmen Zeit!
i. P., Ostern 1906. j u Naugard i. P., Oft B. G. Emil Piemeyer.


