64 Belehrung.
in den Worten: Was vom Heiland sichtbar war, ist N in's Sakrament übergegangen(nur verklärt).
Aber dieses Gedächtniß des Todes IEsu und Alles dessen, was er von seiner Geburt an bis zur Himmel— fahrt für uns gelitten und gethan hat, darf nicht blos in Gedanken geschehen, wie das Andenken an eine merkwürdige Geschichte, sondern es soll eine solche Erinnerung seyn, bei der das, dessen wir gedenken, erinnert, d. i. innerlich in uns wird. Deß— wegen stellt IEsus nicht blos Wein und Brod vor uns hin als Zeichen und Andenken, sondern er sagt, wir sollen seinen Leib essen und sein Blut trinken, um so den ganzen Segen seines Todes uns auf's Tiefste anzueignen. Wie Ezechiel(3, 3.) den Brief GOttes und wie Johannes(Offenb. 10, 10.) das Büchlein mit den Weissagungen essen sollte, um sich den Inhalt da— von ganz anzueignen und dann davon zeugen zu kön— nen, so müssen wir die Geschichte und das Werk IEsu nicht blos in äußerlichem Gedächtniß tragen, sondern V ihre ganze Kraft und Frucht so in uns innerlich wer— den lassen, wie die Speise, die wir genießen, in unser innerstes Lebensblut übergeht.
Deßwegen ist es nicht genug, das Abendmahl blos als Gedächtnißmahl anzusehen, wie von manchen Chri— sten geschieht. Denn es ist ganz besonders ein Mittel der Versöhnung und der innigsten Vereinigung mit IEsu, wie wir weiter sehen werden. Gedächtniß IEsu ist in jeder christlichen Predigt, im Gebet, im Lesen der heiligen Schrift, in Allem, was wir über ihn hören, lesen oder denken. Aber über alle diese Gnadenmittel hebt es sich als etwas ganz Besonde— res hervor, das nicht blos zur Erweckung frommer
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