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Beicht- und Communion-Büchlein für evangelische Christen : zum Gebrauch sowohl in, als außerhalb des Gotteshauses / [Wilhelm Loehe]
Entstehung
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der

9.

1. Schmücke Dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen. Denn der HErr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten.

2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Oeffn' ihm bald des Geistes Pforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß Dich küßen, laß mich Deiner nicht mehr missen.

3. Zwar in Kaufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber Du willst für die Ga⸗ ben Deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schaalen und dies Manna kann bezahlen.

4. Ach wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach Deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine.

5. Beides, Lachen und auch Zittern, läßet sich in mir jetzt wittern. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, SHErr, die Größe Deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der Dein Allmacht kann ergründen?

6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben.