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Evangelisches Kirchengesangbuch für den Konsistorialbezirk Cassel / hrsg. vom Königl. Konsistorium zu Cassel unter Mitw. des Gesamt-Synodal-Ausschusses
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24. Sonntag nach Trinitatis. 117

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Kauft man nicht zween Sperlinge um Einen Pfennig? Dennoch fällt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählet. So fürch⸗ tet euch denn nicht; ihr seid besser denn viel Sperlinge. Wer nun mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 85, 914. (Güte und Treue, Gerechtigkeit und Friede.)

Ab, daß ich hören sollte, was

Gott der Herr redet; daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten! Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse und Ge⸗ rechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der Herr Gutes tue, und unser Land sein Gewächs gebe; daß Gerechtigkeit fürder vor ihm bleibe und im Schwang gehe.

24. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Kol. 1, 914. (Tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht.) Derhalben auch wir, von dem

Tage an, da wir's gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß

ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.

Evangelium: Matth. 9, 1826. (Jairi Töchterlein.)

a er solches mit ihnen redete, D stehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir ge⸗ holfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land.