136 IX. Gebete.
Kleid der Unschuld und Gerechtigkeit Jesu Christi durch den wahren Glauben, damit du bei dieser Mahlzeit deinem Bräutigam herzlich wohlgefallen mögest. Hört Zachäus aus deinem Munde, o süßester Jesu, die selige Stimme: Steig' eilend hernieder, ich muß heut' in deinem Haus ein⸗ kehren, so steigt er eilend hernieder und nimmt dich mit Freuden ein. Ach, dies ist auch die Stimme meines Freundes, meines Jesu, die ich an diesem Morgen höre: Stehe eilend auf, ich muß heute bei dir einkehren. Ach, Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe! Deine heiligen Augen, die den Abgrund des Herzens erforschen, wissen, wie meine Seele sich freut, daß heut' mein Herz dein Himmel werden soll.
Allein eines quält mich, daß du, Herr des Himmels und der Erden, eine böse Wohnung und eine Sünden⸗ höhle, in welcher nichts Gutes wohnet, antreffen wirst. Darum falle ich an diesem Morgen mit Petro nieder, will zwar nicht, daß du solltest von mir hinausgehn oder von meinem Herzen zurückbleiben, sondern klage nur: Herr, ich bin ein sündiger Mensch. Doch was war Zachäi Haus für ein Tempel? Eine Zöllner⸗ und Sünderhütte, ein Aufenthalt der gröbsten Sünder und doch weil sie Jesum willig annahm, wird der Segen über sie gesprochen: heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn des Men-⸗ schen Sohn ist kommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist! Auf diese deine Gnade verlasse ich mich


