18 II. Das Abendmahl.
nehme. Eigneten sich die Kinder Jsraels bei ihrem Oster⸗ lamm die Gnade Gottes immer wieder an, welche ihr Volk einst aus Agyptens Knechtschaft geführt, so empfangen wir im Abendmahl immer wieder die Gnade Gottes in Christo, welche uns erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und der Gewalt des Teufels. Bildete sich um das Osterlamm Israels eine heilige Fa⸗ milie, so sehen auch wir uns in der großen Gemeinde um den Altar des Herrn als seine Brüder und Schwestern und Gottes Kinder an. Aßen die Kinder Israels das Osterlamm mit ungesäuertem Brot und bittern Salzen, so bringen wir die Bitterkeit der Reue hinzu und die Lauterkeit des Glau⸗ bens, damit in dem heiligen Mahl die Sünde abgethan und Christus aufgenommen werde. Und aßen die Kinder Jsraels das Mahl als die hinwegeilenden, die Lenden ge⸗ gürtet, Schuhe an den Füßen, Stäbe in der Hand,— so oft wir unser heiliges Mahl genießen in jungen oder alten, gesunden oder kranken Tagen, im Frieden oder im Krieg, wir nehmen's als eine heilige Wegzehrung, denn wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir. Kommt, Kinder laßt uns gehen, der Abend kommt herbei! Es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei! Kommt, stärket euern Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern— es ist das Ende gut!
2. Christus ist des Gesetzes Ende, indem er des Gesetzes Erfüllung ist. Seine Vorschriften hat er gehalten, seinen


