J. Das Weizenkorn und der Weinstock. 3
innigste Gemeinschaft mit deinem Heiland und dadurch um den festesten Bund mit deinem Gott, um die Hinkehr deines ganzen Menschen in den heiligen Grund alles Le⸗ bens. Ja, halte dies nur vor allem für gewiß: dein Gott will, daß du in einem Bund mit ihm stehest; du sollst dich selbst nicht denken, ohne Andacht zu Gott; deine Einkehr in dich führt dich vor Gottes Bild, das er selbst in dein Inneres gezeichnet; Frommsein ist das echte Menschsein und dem Glaublosen fehlt des Menschen herr⸗ lichste Eigentümlichkeit. Du hast mit dem Pflanzenleibe das Wachstum und das Absterben gemein, mit der Tier⸗ seele die Empfindung des Schmerzes und der Freude— der Geist, den dir Gott gegeben hat, hebt dich über alle andere Kreatur. Du bist, indem du Geist bist, Gottes Bild und zur Gotteskindschaft berufen. Und wenn ein Weib ihres Kindes nicht vergißt, daß sie sich nicht er⸗ barmte über den Sohn ihres Leibes— wie könnte Gott der Menschen vergessen, welche seines Geistes Kinder sindꝰ Er geht ihnen, nachdem sie durch die Sünde seinen hei⸗ ligen Geist betrübt haben, mit seinem strafenden und verheißenden Worte nach(1 Mos. 3). Er läßt, wenn sie von seinem Geiste sich nicht wollen strafen und die Ver⸗ heißung geben lassen, in äußeren Plagen Strafgerichte über sie hereinbrechen. Er giebt nach der Sündflut den Bogen den Friedens in den Wolken und versichert die
neu sich ausbreitende Menschheit, daß er einen Bund der 1*


