Vom Fasten. 887
Vom Fasien.
Unter den guten Werken erwähnt die heilige am ist bu nach dem Gebete das Fasten.„Heilsam ist as Gebet mit Fasten und Almosen, besser als Schätze von Gold sammeln.“(Tob. 12, 18.) Schon im Paradiese gab Gott, der Herr, ein Fastengebot, um den Gehorsam unserer Voreltern zu prüfen. Na dem Sündenfalle wurde das Hami unentbehrlich zur Buße und zur wirksamen Bekämpfung der bösen Be⸗ gierlichkeit, die als Folge der Erbsünde in die Herzen der Menschen einzog. Aus diesem Grunde hatte der alte Bund seine Fastengebote. Der Heiland selbst zeigte uns den Weg der Buße und des Heils, indem er 40 Tage fastete und darauf die dreimalige Ver⸗ suchung des Teufels zur Augenlust, Fleischeslust und Hoffart 18 kart Zu fasten befiehlt daher ihren Gläu⸗ bigen die katholische 290Rib welche als besorgte Mutter weiß, was ihren Kindern nützlich ist. So handelte die Kirche von der Zeit der Apostel an. Es kann ein Jünger Christi nicht sein, wer da nicht fasten will. ja den unerläßlichen Kampf gegen die Sinnlichkeit und kann deshalb die heilige Herrschaft über sich selbst nicht erringen. Er bleibt ein Sklave seiner Leidenschaften, unfähig Buße zu tun und Sündenvergebung zu erlangen. Ihn ver⸗ urteilt Christi Wort:„Wer die Kirche nicht hört, der sei dir wie ein Heide oder öffentlicher Sünder.“ Ohne Fasten, ohne Abtötun der Sinnlichkeit ist eine wirkfame Bekämpfung des Bösen nicht möglich, um⸗ soweniger ein Fortschreiten im Guten, in der Tugend und sittlichen Vervollkommnung nach dem erhabenen Vorbilde Jesu Christi. Wenn der Leib fastet, erstarkt der Geist! Deshalb hatten die Heiligen Gottes eine so hohe Meinung von dem Fasten.„Fasten und Almosen sind die beiden Flügel des Gebetes,“ sagt der hl. Augustin.„Durch Fasten wird der Mensch den Engeln ähnlich,“ sagt der hl. Athanasius. Die bl. Hedwig fastete täglich und aß nur Sonntags und Feiertags zweimal täglich. Durch 40 Jahre genoß sie keine Fleischspeisen, Mittwoch und Freitag nur Brot und Wasser. Eine so heldenmütige Abtötung
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