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Katholisches Gebet- und Gesangbuch für die Diöcese Mainz / hrsg. im Auftrag des Hochwürdigsten Herrn Wilhelm Emmanuel, Bischof des heiligen Stuhles von Mainz
Entstehung
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J. Von den drei gölklichen Eugenden: Glaube, Hoffnung und Wiebe.

Die drei göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sind die Seele der christlichen Gerechtigkeit undwahren Frömmigkeit. Durch den Glau⸗ hen erkennen wir Gott an als die höchste Wahrheit, und unterwerfen ihm unseren Verstand; durch die Hoff⸗ nung verlangen wir nach Gott als unserem letzten Ziel und Ende, und setzen auf ihn unser ganzes Vertrauen;

4 elehrungen.

christlichen Gerechtigkeit wird durch den Glau⸗ ben gegründet, durch die Hoffnung aufge⸗ führt, durch die Liebe vollendet.

1. Von der Wahrheit und Gewißheit unseres Glaubens.

Der Glaube ist eine von Gott verliehene Tugend, wodurch wir Alles mit höchster zwei⸗ felloser Gewißheit für wahr halten, was Gott geoffenbaret hat und uns durch seine 11t. lige katholische Kirche zu glauben vorstell weil Er, die ewige, unfehlbare Wahrheit, solches gesagt hat.

Der Glaube des katholischen Christen ist daher nicht eine ungewisse menschliche Meinung, sondern er gewährt ihm die höchste und festeste Gewißheit, die auf Erden möglich ist: denn er beruht auf dem Zeugnisse Got⸗ tes, der weder irren noch trügen kann.

Daß aber unsere heilige Religion von Gott selbst geoffenbaret ist, dafür sprechen so viele, so große, so klare Beweise, daß daraus jeder vernünftige Mensch, der nicht seinen Geist und sein Herz dem Lichte der Wahrheit verschließt, die Ueberzeugung schöpfen muß, daß die christliche Religion göttlich ist, und daß alle Lehren unseres heiligen Glaubens nicht Menschen, son⸗ dern Gott zum Urheber haben.

I. Denn Jesus Christus, der Stifter unsrer hl. Religion, ist nicht bloß dtapt Mensch, sondern wahrer Gott. Das hat er selbst klar und deutlich ausgesprochen und zuletzt das Bekenntniß seiner Gottheit durch seinen Tod am Kreuze bestätigt; das haben die hl. Apostel