Vorrede. VII
oder einen veralteten Ausdruck bestehen zu lassen, als entweder der Gemeinverständlichkeit zu nahe zu treten, oder an einem alten Texte etwas zu ändern, der seit unvordenklichen Zeiten eingebürgert ist und den Jung'e und Alt auswendig weiß. Das gilt namentlich von den Liedern bei dem sakramentalischen Ehrenpreise, sowie, von so manchen Mutter⸗Gottes⸗Liedern. Die in einigen Theilen unserer Diöcese üblichen Lieder von daselbst hoch verehrten Heiligen, z. B. dem heiligen Rochus, Sebastianus, Wendelinus, Valentinus, haben wir deßhalb nicht aufgenommen, weil an diesen Orten diese Lieder in eigenen Andachtsbüchlein in ver⸗ schiedener Form vorhanden sind und die im alten Gesangbuche für diese Heiligen sich findenden Texte nicht genügen.
Was die Melo dien betrifft, so sind bei den meisten, namentlich bei allen zum unmittelbaren Gebrauche nothwendigen Gesängen und Liedern die Nummern des bisherigen Choralbuchs eingeklammert, so daß das neue Gesangbuch ohne jede Schwierigkeit sofort in Gebrauch genommen werden kann. Man wird überall nur be⸗ kannte und leicht zu singende Melodien finden. Was die schwierigeren Melodien des bisherigen Gesang⸗ buches betrifft, so wurden die deßhalb geäußerten Wünsche beachtet; jedoch durften aus dieser Rücksicht erhabene und durch ihr Alter ehrwürdige Melodien nicht ausgeschlossen werden. Unsere alten Kirchenlieder haben durchaus einen ernsten, dem gregorianischen Choral verwandten Charakter.
So möge denn dieses neue Gebet⸗ und Gesangbuch zur Ehre Gottes und zur Erbauung des christlichen


