23. Sommerlied. Eigene Melodie.
Geh⸗ aus, mein Herz! und suche Freud' in dieser lieben Sommerszeit an deines GOttes Ga⸗ ben; schau' nur der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und Dir sich ausgeschmücket haben.
2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erd⸗ reich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide.
„3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg', Hügel, Thal Ind Felder.
34. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Liet baut und bewohnt sein Haus, das Schwälb⸗
peis't die Jungen; der schnelle Hirsch, das He Reh ist froh und kommt aus seiner Höh' in's tiefe Gras esprungen.
5. Die Bächlein rauschen in den Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myr⸗ then. Die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaaf' und ihrer Hirten.
. Die unverdroß'ne Bienenschaar fleucht hin Und her, sucht hier und dar ihr' edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk' und Kraft in seinem schwachen Reise.
7. Der Waizen wächset mit Gewalt; darüber lauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt und mit so man⸗ chem Gut begabt das menschliche Gemüthe. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruh'n, des großen GOttes großes Thun erweckt mir alle Sinnen. Ich singe mit, wenn Alles fingt, und


