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8. Bin ich in diesem Mesechsland der blinden Welt schon unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd' ich mit der Himmelsschaar Dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang'; in Kedars Hütten wird mir bang'.
7. Des Heilands Reisen. Mel. Wunderbarer König.
Unschätbarer Heiland! Laß mich Deine Reisen tief betrachten, dankbar preisen! Ach, die Menschen⸗ liebe konnte Deinen Füßen jeden sauren Tritt ver⸗ süßen. Auch für mich müht'st Du Dich, hocherhab— ner König! bin ich nicht zu wenig?—
2. Nein! Du liebst die Sünder, die verlornen Schafe, Du erbarmst Dich shrer Strafe! Darum bist Du kommen, und mit dem Verlangen auf der Welt umhergegangen, unser Herz von dem Schmerz und dem Fluch des Bösen völlig zu erlösen.
3. Hunger, Frost und Kälte, Durst in heißen Stunden hast Du oft genug empfunden. Dein Ge⸗ schäft war täglich, Deines Vaters Willen uns zum Heil mit Lust erfüllen, wenig ruh'n, Gutes thun, beten, segnen, heilen, Unterricht ertheilen.
4. So hast Du gewandelt und auf Deinen Wegen triefte jeder Tritt von Segen. Laß auch mich so reisen, laß von Deinen Füßen Heil auf meine Pfade fließen! Tag und Nacht sei bedacht, über mich zu wachen und mir Bahn zu machen!
5. O wie manche Feinde pflegen uns auf Rei⸗ sen ihre Tücke zu beweisen! Vielerlei Zerstreuung, irdische Gedanken, Leichtsinn, Plaudern, Scherzen, Zanken, böse Lust in der Brust zum Nichtsthun und Richten kann uns täglich sichten.
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