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2. So schnell ich Land und Stadt verlass', so schnell läuft meines Lebens Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. HErr JEsu! mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlieder, daß ich, was zeitlich ist, veracht' und nur nach dem, was ewig, tracht'.
3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach, der Lebens⸗ weg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng', der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten geh'n und kann selbst keinen Ausweg seh'n.
4. Der Sonnenglanz mir oft gebricht der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist find't nirgends Ruh'. Doch alle Müh' ist schon bezahlet, wenn ich das gold'ne Himmels⸗ thor mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor.
5. Israels Hüter, IEsu Christ! der Du ein Pilgrim worden bist, da. Du mein Fleisch hast angenommen, zeig' mir im Worte Deinen Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu Deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht, ach, eile Du zu mir mit Deinem Trost herzu.
6. Durch Deinen Geist mich heilig leit', gieb in Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich; hilf mir auf; zieh mich, damit ich Dir nachlauf'; sei mir ein Schirm in Trübsalshitze; laß Deinen süßen Gna⸗ denschein in Finsterniß nie ferne sein.
7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll'! vor Durst nach Dir verschmachten will, so laß mich Dich 105 Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, o bring mich zu der wahren Ruh', da Streit und alle Müh verschwinden. Laß mich ja sein in Abrams Schooß Dein Liebling und Dein Hausgenoss'.


