21⁰ To d und Ewigkeit
ihr Kaiserkronen, man wird euch nicht schonen! Hüt dich, schöns Blümelein!
4 Das himmelfarben Ehrenpreis, die Tulpen gelb und weiß, die silbernen Glocken, die goldenen Flocken, senkt alles zur Erden: was wird daraus werden? Hüt dich, schöns Blümelein!
5 Ihr hübsch Lavendl und Ros⸗ ihr vielfarbige Röselein,(marin, ihr stolze Schwertlilien, ihr krause Basilien, ihr zarte Violen, man wird euch bald holen!
Hüt dich, schöns Blümelein!
8 Trutz Tod! Komm her, ich fürcht dich nit! Trutz, komm und tu ein Schnitt! Wenn er mich verletzet, so werd ich versetzet— ich will es erwarten— in himmlischen Garten: Freu dich, schöns Blümelein! Regensburg 1637
Eigene Weise 370 Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt. Sollt ich allhier noch länger lebn,
ohn Widerstrebn sein'm Willen tu ich mich ergebn.
2 Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht 905 Maß und iel
Es sind gezählt die Haare mein, beid, groß und klein;
fällt keines ohn den Willen sein. 3 Es ist allhier ein Jammertal, Angst, Not und Trübsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit voll Müh und Leid,
und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4 Es hilft kein Reichtum, Geld
noch Gut, kein Kunst noch 575 u stolzer t
Ut,
fürn Tod kein Kraut gewachsen ist; mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 5 Heut sind wir frisch, gesund und
start und liegen morgen tot im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; ist allenthalben Müh und Not.
6 Man trägt eins nach dem andern hin,
wohl aus den Augen, aus dem Sinn;
die Welt vergisset unser bald,
jung oder alt,
auch unsrer Ehren mannigfalt.
7 Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich allzumal; auch wir allhier kein Bleiben sehn, wir müssen gehn, gelehrt und reich, jung, alt und schön.


