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6 O Jerusalem, du schöne,
ach wie helle glänzest du!
Ach wie lieblich Lobgetöne
hört man da in sanfter Ruh!
O der großen Freud und Wonne: jetzo gehet auf die Sonne,
jetzo gehet an der Tag,
der kein Ende nehmen mag.
7 Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit; jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelcskleid, mit der güldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Leipzig 1652
366 Brich herein,
süßer Schein
selger Ewigkeit,
leucht in unser armes Leben, unsern Füßen Kraft zu geben,
: unsrer Seele Freud!
2 Hier ist Müh
morgens früh
und des Abends spät,
Angst, davon die Augen sprechen, Not, davon die Herzen brechen; kalter Wind oft weht.
3 Jesu Christ,
du nur bist
unsrer Hoffnung Licht,
stell uns vor und laß uns schauen jene immergrünen Auen,
I: die dein Wort verspricht.
Tod und Ewigkeit
4 Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell herein, daß uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine, : selge Ewigkeit!: Marie Schmalenbach, 1835—1924 ö
367 Christus, der ist mein Leben,
Sterben ist mein Gewinn; dem tu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin.
2 Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein,
auf daß ich zu ihm komme
und ewig bei ihm sei.
3 Ich hab nun überwunden
Kreuz, Leiden, Angst und Not;
durch seine heilgen Wunden ö bin ich versöhnt mit Gott.
4 Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus
und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf!
5 Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht,
das hin und her tut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht:
6 Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein.


