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3 Er war einmal erschienen in ferner, selger Zeit, da waren, ihm zu dienen die Weisen gleich bereit.
4 Der Lenz ist fortgezogen, der Sommer ist entflohn: doch fließen warme Wogen, doch klingt manch süßer Ton.
5 Es rinnt aus Jesu Herzen es spricht aus Jesu Mund ein Quell der Lust und Schmerzen wie damals noch zur Stund.
6 Wir wollen nach dir blicken, du Licht, das ewig brennt, und ernstlich uns beschicken zum seligen Advent.
Maximilian v. Schenkendorf, 1783—1817
Eigene Weise
6 Es kommt ein Schiff, geladen bis an den höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
2 Das Schiff geht still im Triebe‚
es trägt ein teure Last; das Segel ist die Liebe, der Heilge Geist der Mast.
3 Der Anker haft't auf Erden, da ist das Schiff am Land. Das Wort soll Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt.
Advent
4 Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein gibt sich für uns verloren; gelobet muß es sein.
5 Und wer dies Kind mit Freuden umfangen, küssen will, muß vorher mit ihm leiden groß Pein und Marter viel.
6 Danach mit ihm auch sterben und geistlich auferstehn, das Leben zu ererben, wie an ihm ist geschehn.
Nach Johannes Tauler, etwa 1308—1361
Weise: Nun komm, der Heiden Heiland oder Eigene Weise Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns her gesendet hat.
2 Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit.
3 Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt.
4 Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an.


