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Epiphanias
30
Mel.: Unser Herrscher, unser König(Nr. 28)
1
Werde licht, du Stadt der Heiden, und du Salem werde licht; Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht. Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen.
9
Dunkelheit die mußte weichen,
als dies Licht kam in die Welt,
dem kein andres zu vergleichen,
welches alle Ding erhält.
Die nach diesem Glanze sehen,
dürfen nicht im Finstern gehen.
2 5
Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben semen Glanz uns sollte geben.
4
Aber wie hervorgegangen
ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben.
—
5 Jesu, reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß. Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen.
6
Dieses Licht läßt uns nicht
wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl getan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket.
—
. Dein Erscheinung müß erfüllen mein Gemüt in aller Not. Dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen.
8 Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen.
Johann Rist, 1607—1667.
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