Vorrede. VII
schen Liedern gehören, die auf unsere Zeit herabgekommen. Das„Christ ist erstanden“ war in Deutschland, wie uns die Urkunden versichern, schon im dreizehnten Jahrhundert verbreitet, und das„Erstanden ist der heilig Christ“ fand der Herausgeber mit der hier gebotenen Melodie in einer handschriftlichen Liedersammlung, die im Jahre 1372 ge⸗ 4 schrieben wurde. In einzelnen Kirchen der Schweiz haben sich beide Lieder seit unvordenklichen Zeiten bis zur Gegen⸗ wart bei Anlaß der Auferstehungsfeier am Osterabend im Gebrauch erhalten; vom letztern jedoch nur die erste und letzte Strophe. Des bessern Verständnisses wegen hat der Herausgeber im Texte einige unbedeutende Veränderungen angebracht. So gibt die erwähnte Handschrift den Text des zweiten Liedes folgenderweise:
Erstanden ist der heilig christ
der aller welt ein troester ist.
Er hat erlitten grossi not
umb uns und ouch den bittren dot. ES kamen drye frowen gan
die woltend christ gisalbet han.
Ein engel sachens der was wis
der kunt in froed mit ganzem flis.
Ir Frowen ir so'nd balde gan
gan gallile an allen wan.
Den jungren kundent uf diser frist erstanden ist der heilig christ
An disem oesterlichen tag
ein jeklich mensch got loben mag.
4 ö Alleluja alleluja,
Alleluja alleluja.


