Vorrede. V
Nun war die Sammlung erschienen. Manches wurde verändert und gegen siebenzig Lieder und Gesänge ein⸗ geschoben, welche die erste Auflage nicht darbot. Wer⸗ den nun wohl alle Freunde des kirchlichen Volks⸗ gesanges hiemit befriedigt sein? Der Unterzeichnete hat Gründe, dieses zu bezweifeln. Seine Erwartungen erschei⸗ nen ihm jedoch auf das Belohnendste erfüllt, wenn er damit nur recht Vielen entsprochen hat. Manche wünsch⸗ ten nämlich die Lieder drei⸗ und vierstimmig, Andere for⸗ derten bloß die einstimmige Melodie. Die Einen verlangten ältere— Andere mehr neuere Stücke. Manche gaben den choralmäßigen, Andere den liederähnlichen den Vorzug. Die Einen wünschten dieselben für die Volksmasse berech⸗ net, die Andern aber für einen ausgewählten Sängerchor bestimmt. Auf solche Weise war es dem Herausgeber nicht wohl möglich, alle Wünsche in gleichem Maße zu berück⸗ sichtigen. Jedoch hofft er, die Kritik werde ihn nicht der Einseitigkeit beschuldigen, indem er sich aufrichtig bestrebte, den meisten dieser Anforderungen billige Rechnung zu tragen.
Wo die gesammte Volksmasse singt, da führe man die Lieder, wenn immer möglich, einstimmig auf, und bediene sich des hier gegebenen vierstimmigen Satzes zur Orgelbegleitung. Wo es dagegen Sitte ist, die Lieder von einem ausgewählten und etwas geübtern Sängerchore(in der Nähe der Orgel) singen zu lassen, da trage man sie vierstimmig vor, der Sopran nämlich die oberste, der Alt die zweite, der Tenor die dritte, und der Baß die unterste Stimme. Nebst mehrern Liedern wünschte man auch einige dreistimmige Messen leichtester Gattung aus der vorigen Auflage zum Gebrauche für Kinder beibehalten. Die erste Messe kann sowohl einstimmig mit Orgelbegleitung, als


