Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen : Aufmunterung, Gebete und Gesänge für gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende ; Sprüche, Seufzer und Gebete, den Sterbenden vorzusprechen ; nebst Andachten für Festzeiten und besonderen Gelegenheiten / von Joh. Friedr. Stark
Entstehung
Einzelbild herunterladen

eiligen rn er⸗ als ein Reiligen allhier en und

schützet o lang

**

reichen Regen, nd Inn

het, So Milch, se Gott

ing ge⸗ estehen; Bis er

Stunde grunde; Er tut

, was deiner hir sind n sein.

Erinnerung und Trost für Unfruchtbare

Erinnerung und Crost für Unfruchtbare.

Ich habe oftmals gottselige Ehefrauen, welche Gott ohne Kinder und Leibeserben dahin gehen läßt, sprechen hören, daß man wohl Trost, Aufmunterung und Gebet für allerlei Stände des weiblichen Geschlechts, als für Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen fände, aber daß man die, welche Gott mit Leibesfrucht nicht erfreuen will, ohne Aufmunterung und Trost ließe. Deshalb habe ich denn, da ich den Fruchtbaren zum Trost, nach der Gnade meines Gottes, einigen Unter richt erteilt, auch denen, welchen Gott keine Kinder gibt, über ihren Zustand meine Gedanken eröffnen wollen.

Wenn demnach Gott läßt Eheleute ohne Kinder sein, daß sie, wie Abraham sagen: Herr, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder, 1. Mos. 15, 2., so sollen sie

1) gedenken, daß die Ursachen der Unfruchtbarkeit können natürlich sein bei den Eheleuten; denn wie Gott nicht einerlei Natur allen Menschen gibt, also auch nicht einerlei Fruchtbar keit. Wenn nun Gott diese Gabe nicht in ihre Natur gelegt hat, so sollen sie deswegen mit Gott zufrieden sein und wissen, daß er doch darum ihr gnädiger Gott ist, der sie liebe und ihnen gewogen sei. Hat eine Tulpe schon nicht so viel Blumen als der Rosenstock, so ist sie doch dem Gärtner und Herrn des Gartens ein liebes Gewächs. Wie viele Bäumlein zieren nur den Garten und tragen keine Früchte, und man hat dieselben doch gerne im Garten stehen. Also sind auch un⸗ fruchtbare Eheleute Gottes liebe Kinder, ob sie gleich andern an Fruchtbarkeit nicht gleich sind.

2) Sollen sie sich erinnern, daß Kinder eine Gabe des Herrn sind; wem er diese Gabe nicht geben will, der soll darum nicht wider Gott murren, noch scheel sehen, wenn Gott einem viel, dem andern wenig gibt; Gott ist der Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. Gott hat sich vor behalten drei Schlüssel: den Schlüssel zum Grabe, denn nie⸗ mand kann Tote auferwecken, als Gott; den Schlüssel zum Regen, denn kein Götze kann Regen geben, und kein Mensch kann regnen lassen; und den Schlüssel zum Mutterleibe, da niemand kann öffnen, wenn der Herr zuschließt, und niemand