D.
Lebenslauf des Verfassers. 2 predigen und schreiben lernte, durch die er als Erbauungs⸗ schriftsteller ein Liebling des Volkes bis heute geblieben ist. Seine Tätigkeit war übrigens schon damals keineswegs auf Sachsenhausen beschränkt.
In jene Zeit fällt seine Verehelichung(1717) mit der 20jährigen Katharina Reuß, einer Frankfurter Bürgers— tochter aus geachteter Familie, die ihm eine treue Lebensge— fährtin wurde. Von 7 Kindern überlebten ihn nur 2 Söhne, von denen der eine ebenfalls Prediger in Frankfurt, der andere ein Rechtsgelehrter wurde. Schmerzliche Familiener— eignisse waren insbesondere der Tod einer erwachsenen, from— men Tochter(1744) und der Verlust der Gattin im Jahr 1747.
Im Jahr 1723 wurde er in Frankfurt selbst Prediger, zunächst an der Barfüßerkirche, in späteren Jahren an der Hospitalkirche zum heiligen Geist, hielt Sonntags- und Wochenpredigten, erklärte in denselben viele biblische Bücher, namentlich den Propheten Jeremia, bereitete einmal fünf
tissetäter zum Tod vor, war 1742 auch ins Konsistorium berufen und hatte so reiche Gelegenheit, als ein wackerer Zeuge des Evangeliums seinen Samen auszustreuen. Seine Stellung gab ihm namentlich auch beständig Anlaß, sich der Elenden anzunehmen, und seine Erbauungsschriften legen allenthalben Zeugnis davon ab, in welch gewissenhafter Weise er dem Berufe des Krankentrösters oblag.
Er war bis ins Alter im ungebrochenen Besitze seiner körperlichen und geistigen Kräfte. Endlich 1755 erkrankte er schwer und wurde am 17. Juli 1756 nach einem längeren Siechtum heimgerufen. Auf dem Totenbette gab er auf die Frage des besuchenden Beichtvaters, was er mache, die köst— liche Antwort:„Solus cum solo“ d. h.„Ich bin allein mit dem alleinigen Gott.“ Von der Frucht seines Lebens und Wirkens gilt das Wort in der Offenbarung:„ihre Werke folgen ihnen nach.“ Er selbst hatte, als er 1746 seinen Lebenslauf auf— setzte, mit den Worten begonnen:„Wenn ich meinen Lebens— lauf, da meine Lebenssonne nunmehr den höchsten Gipfel


