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Christliches Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstentums Minden und der Grafschaft Ravensberg : mit durchgesehenem und vermehrtem Anhange
Entstehung
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eines gieb inger Lust⸗ Tück Geist

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Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket.

2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich beweget hast Und aus einem freien Triebe Den erwünschten Schluß ge⸗ faßt, Der im Fluch versenk⸗ ten Welt Durch ein teures Lösegeld Und des eignen Soh⸗ nes Sterben Gnad und Frei⸗ heit zu erwerben.

3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um zu retten die Rebellen Aus dem Pfuhl der tiefen Höllen!

4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß sich der dar⸗ innen übe, Der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Son⸗ dern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzu⸗ zünden, Der selbst Gottes Gabe heißt, Lässest du dich willig finden, Deinen heilgen bende Geist Denen, die ge⸗ euget stehn, Die ihr Unver⸗ mögen sehn Und zum Thron der Gnaden eilen, Gern und reichlich mitzuteilen.

6. Wo du nun vorher ge⸗ sehen, Daß ein Mensch auf dieser Erd Deinem Geist nicht widerstehen, Noch sein Werk

Sünde und Erlösung. 15

verhindern werd, Sondern ohne Heuchelschein Werd im Glauben feste sein: Diesen hast du auserwählet Und den Deinen zugezählet.

7. Du hast niemand zum Verderben Ohne Grund in Bann gethan; Die in ihren Sünden sterben, Die sind sel⸗ ber Schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn; Sein mutwillig Widerstreben Schleußt ihn aus vom Heil und Leben.

8. Liebe, dir sei Lob gesun⸗ gen Für den höchst gerechten Schluß, Den die Schar ver⸗ klärter Zungen Rühmen und bewundern muß, Den der Glaub in Demut ehrt, Die Vernunft erstaunend hört Und umsonst sich unterwindet, Wie sie dessen Tief ergründet.

9. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glau⸗ bens Frucht und Kraft, Den dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugnis dienen möge, Ich sei auf dem Him⸗ melswege.

10. Laß mich meinen Na⸗ men schauen In dem Buch des Lebens stehn; Dann so werd ich ohne Grauen Selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, Als dein Erbgut, ewiglich Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen.

Joh. Jak. Rambach, g 1693, st. 1735