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Christliches Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstenthums Minden und der Grafschaft Ravensberg : [nebst] Gebete [usw.]
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5. Hosianna! komme bald, Laß uns deine Sanftmuth küssen. Wollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verschließen, Ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn.

6. Hosianna! steh uns beil O Herr, hilf, laß wohlgelin⸗ gen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht ge⸗ horchen kann.

7. Hosianna! laß uns hier An den Oelberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage! Hosianna in der Höh!

8. Hosianna nah und fern! Eile, dei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehenꝰ Hosianna! bist du da? Ja, du kommst! Hallelujah!

Christi Ankunft.

Benj. Schmolck, g. 1672, st. 1737.

Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 37. Dein Mittler kommt! auf, blöde Seele, Die Mosis Fluch und Donner schreckt, Die in der bangen Trauer⸗ höhle In Fesseln trüber Schwermuth steckt. Der Fluch vergeht, die Bande sprin⸗ gen, Es reißen Satans feste Schlingen, Die den gefangnen Geist betlemmt. Du kannst nun Heil und Freiheit hoffen, Gott ist versöhnt, sein Schoß steht offen: voller Mittler kömmt.

Dein gnaden⸗

2. Dein Lehrer kommt! laß deine Ohren Auf seinen Mund gerichtet sein. Er zeigt den Weg, den du verloren, Er flößt dir Licht und Wahrheit ein; Was unter dunkeln Schatten stecket, Das hat dir dein Prophet entdecket, Er hat das Reich der Nacht gehemmt. Er thut dir kund des Vaters Willen, Er giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen: Dein weis⸗ heitsreicher Lehrer kömmt.

3. Dein König kommt! doch ohne Prangen, Sein Aufzug ist an Armuth reich. Auf, dei⸗ uen Fürsten zu empfangen, Der dir an tiefster Schwach⸗ heit gleich! Komm, Hand und Scepter dem zu küssen, Der dich wird so zu schützen wissen, Daß dich kein Angststrom überschwemmt. Thu wie ge⸗ treue Unterthanen, Komm her und schwör zu seinen Fahnen: Dein längstverlangter König kömmt.

4. Dein Alles kommt, dich zu umfangen, Dein A und O ist vor der Thür! Wer kann dies höchste Gut erlangen, Vertauschet gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, Da dich, mein Geist, von allen EndenEin sol⸗ ches Gnadenmeer umströmt. Nimm weg den Damm, thu auf die Thüren, Laß dich zu nehmen willig spüren: O armes Nichts, dein Alles kömmt.

Joh. Jae. Rambach, g. 1693, st. 1735.