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den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort be⸗ stärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als
mich.
5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll voll⸗ kommen sein, wie er. So weit ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht.
6. O Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augen⸗ blicks.
Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769.
Mel. Machs mit mir, Gott ꝛe. 13. Nie bist du, Höchster, von uns fern, Du wirkst an allen Enden; Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen; Durch dich nur leb und athme ich, Und deine Rechte schützet mich.
2. Was ich gedenke, merkest du, Du prüfest meine Seele; Du siehst es, wenn ich Gutes thu, Du siehst es, wenn ich
Gottes Wesen,
fehle; Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn Und nichts mich deiner Hand ent⸗ ziehn.
3. Wenn ich in stiller Ein⸗ samkeit Mein Herz an dich ergebe Und über deine Huld erfreut Lobsingend dich er⸗— hebe, So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei.
4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt ver⸗ hehlet, So weißt du sie und strafest mich Zu meiner Bess— rung väterlich.
5. Du hörest meinen Seuf⸗ zern zu, Daß Hülfe mir er⸗ scheine; Voll Mitleid, Vater, zählest du Die Thränen, die ich weine; Du siehst und wägest meinen Schmerz Und stärkst mit deinem Trost mein Herz.
6. O drück, Allgegenwärti⸗ ger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu Und dir zu dienen eifrig sei.
7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich han⸗ deln Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir ge⸗ trost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst und bessre meinen Geist.
Chr. Christian Sturm, g. 1740, st 1786.


