Druckschrift 
Neues Gesangbuch für die Evangelisch-Lutherischen Gemeinden in den Kurfürstlich-Hessischen Landen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18 Erste Abtheilung.

2. Wir glauben auch an jesum christ, Gottes sohn, den eingebor⸗ nen, Den herrn, der mensch gewor⸗ den ist, Den erretter der verlornen. Er, er achtete sein leben Nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er er⸗ stand; herrscht, hoch erhöhet, In dem reich, das nie vergehet; Er läßt auch uns im grabe nicht, Und kommt dereinst zum weltgericht.

3. Wir glauben an den heil'gen geist, Unsern göttlichen regierer, Den jesus ehristus uns verheißt; Uns zum beistand und zum führer. Der in trübsal seine christen Eilt mit muth und kraft zu rüsten; Der uns lehrt vergebung finden, Und der tugend werth empfinden, Er

flößet uns in todesschmerz Des ew'

gen lebens trost ins herz.

Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc.

od.: Du weiser schöpfer ꝛ2c. Nr. K.

B'errsodr himmels und

5 der erden, Der du all⸗

gegenwärtig bist, Von niemand

kannst begriffen werden, Vor dem

kein ding verborgen ist; Ach ziehe

mein gemüth zu dir Und deine größe leb' in mir.

2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find' ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke. Dein werk, die herrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu; Wie groß ist gott, wie klein bist du!

3. Uns zeigen alle elemente, Wie weis' und gut der schöpfer sey; O wenn das stumme reden könnte, Es stimmte der ermunt'rung bey: Rühmt, menschen, gottes güt' und macht, Die euch und uns hervor⸗ gebracht!

4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe! Die erd' ist deiner güte voll. Verleih mir deines geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll⸗ Nimm was ich kann und hab' und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin.

5. Hilf, daß die güter dieser er⸗ den Mich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick wer⸗ den Und ihr genuß mir schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne seyn; Mein letztes ziel sey du allein.

6. Hier ist mein leben eine reise, Hier geht mein weg zur andern welt; Drum mache du mich fromm und

IV. Von der Schoͤpfung.

weise, Daß ich hier thu', was dir ges

fälltz Und end' ich diesen kurzen lauf, So nimm zu deiner ruh' mich auf.

Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 6 G'r, eger starke hand die

3* welt Erschaffen hat und noch erhält, Ich sehe deine güte; Ich sehe sie, und werd' entzückt, Wohin auch nur mein auge blickt, So bald ich mein gemüthe Auf dich, Schö⸗ pfer, achtsam lenke Und dich denke, Find' ich armer Dich als vater und erbarmer.

2. Seh' ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeck' ich leicht Die spuren deiner güte. Der himmelslichter lauf und pracht, Sein sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein gemüthe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr' und stärke. Groß sind deiner allmacht werke!

5. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck' ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund Macht deine große liebe kund. Mit fröh⸗ lichem gemüthe Will ich, Täglich, Darauf achten Und betrachten Dei⸗ ne werkez Rühmen deine huld und stärke,

4. Dein erdreich, gott, das jeder⸗ mann Giebt brod und kleider, seh' ich an Und schmecke deine güte Ich rieche, fühl' und höre sie Im feld und wald; ich sehe sie In aller flu⸗

ren