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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902 : [nebst] Lektionar [und] Ordnung des Hauptgottesdienstes an den Sonn- und Festtagen
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Gebete.

A. RNirchengebete. 1. Allgemeines Rirchengebet.

Ewiger, allmächtiger Gott! Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an und danken dir demütiglich für die unzähligen Wohltaten, womit du uns bisher ohne unser Verdienst und Würdigkeit an Leib und Seele reich gesegnet hast. Wir preisen dich insonderheit, daß du dein seligmachendes Wort und reinen christlichen Gottesdienst noch immer unter uns erhältst, obschon wir vor dir bekennen müssen, daß wir nicht getreu in deinen Wegen wandeln.

So laß uns denn auch unser Gebet um alles, was unsre irdische Wohlfahrt betrifft, vor deinen heiligen Thron bringen.

Walte mit deiner allmächtigen Gnade über dem deutschen Kaiser, über dem Regenten unsers Landes und seinem ganzen Hause, so auch über allen, die du deinen Völkern auf Erden zu Obrigkeiten gegeben hast. Segne unser gesamtes deutsches Vaterland, und beschütze seine Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande. Erhalte die ganze Christen⸗ heit bei der Wahrheit deines Wortes und beim lieben Frieden. Gib daß(in unsrer Stadt und) in unserm Lande deine Ehre wohne, daß Güte und Treue daselbst einander begegnen, daß Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Laß dir zu dem Ende all unsre Schulen und Bil⸗ dungsanstalten ganz besonders befohlen sein. Mache sie zu Pflanz⸗ stätten nicht nur nützlicher und heilsamer Kenntnisse, sondern auch christlicher Tugenden und Sitten.

Wende Feuers- und Wassersnot, Krieg und Seuchen, Mißwachs und teure Zeit in Gnaden von uns ab. Segne hingegen des Hand⸗ werkers Fleiß und des Landmanns Arbeit mit fruchtbarem Gedeihen. Sei ein Vater der Witwen und Waisen, ein Helfer der Kranken und Notleidenden, ein Tröster der Vereinsamten, der Verstörten und Be⸗ trübten. Belebe unser aller Herzen mit dem Geiste der Liebe, damit wir einer für des andern Wohl gern und mit Freuden tun mögen, was einem jeglichen in seinem Stande möglich ist.

Und da wir nur Fremdlinge und Gäste auf Erden sind und hie⸗

selbst keine bleibende Stätte haben, sondern dem Menschen gesetzt ist,

einmal zu sterben, darnach aber das Gericht: so hilf uns, daß wir dazu im Glauben und wahrer Gottesfurcht täglich uns vorbereiten und tun mögen das Werk, wozu du uns auf Erden berufen hast, dieweil es noch Tag ist, ehe denn die Nacht kommt, da niemand mehr

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