2•2 Die Geschichte des Leidens ꝛc. unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi.
konnten es nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr! Da Simon Petrus hörte, daß es der HErr war, gürtete er das Hemd um sich,(denn er war nackend,) und warf sich in das Meer. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe,(denn sie waren nicht ferne vom Lande, sondern bei zwei⸗ hundert Ellen,) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen gelegt und Fische drauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein, und zog das Netz auf das Land voll großer Fische, hundert und drei und funfzig. Und wie wohl ihrer so viele waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist Du? Denn sie wußten es, daß es der HErr war. Da kommt Jesus, und nimmt das Brot, und gibt es ihnen, desselbigen gleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, 9. du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: HErr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein andrer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Petrus aber wandte sich um, und sah den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: HErr, wer ist es, der dich verrät? Da Petrus diesen sah, spricht er zu Jesu: HErr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach! Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahrhaftig ist.
Hierauf erfolgte die Offenbarung des Erlösers auf einem Berge in Galiläa.
Nach Matth. 28, vergl. mit dem Evangelium am Himmelfahrtstage.
Wohin auch wahrscheinlich die nach 1. Kor. 15, V. 6 mehr denn fünf⸗ hundert Brüdern widerfahrene Erscheinung gehört. ů Nach selbiger ist er gesehen worden von Jakobo; darnach von allen Aposteln,
Siehe die Epistel am 11. Sonntage nach Trinitatis. bei seiner Himmelfahrt.


