Druckschrift 
Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete [und] Lektionar [und] Ordnung des Haupt-Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ührete

leuten d als ich zu mpel, und ießen ihm Ung⸗ hnen.

unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi.

Zweite Abteilung.

Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte.

Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas; der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Altesten sich versammelt hatten.

Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne und ein andrer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbe Jünger war dem Hohen⸗ priester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stund draußen vor der Tür. Da ging der andre Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Türhüterin, und führte Petrum hinein. Es hatten aber die Knechte und Diener ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber setzte sich mitten unter sie, und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinauswollte.

Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden Dan wich darn und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragst

u mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus ant⸗ wortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es Unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Kaiphas.

Die Hohenpriester aber und die Altesten, und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden keines, wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten; denn ihre Zeugnisse stim⸗ meten nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen, und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Ihr Zeugnis aber stimmete noch nicht Üüberein. Und der Hohepriester stund auf unter sie, und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohe⸗ priester abermal, und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn des hochgelobten Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bin es; doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert; was dürfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn, und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist es, der dich schlug? Und viel andre Lästerung sagten sie wider ihn.