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Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete [und] Lektionar [und] Ordnung des Haupt-Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen
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20² Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung

betete und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin und betete zum dritten Mal, und redete 0 Himuel Worte.

Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.

Und er stund auf vom Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafen vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist kommen und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf, und lasset uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung

allet.

Und alsbald, da er noch redete, kam Judas, der Zwölfen einer, da er hatte zu sich genommen die Schar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Altesten und Schriftgelehrten, ging vor ihnen her, und kam dahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwertern und mit Stangen. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verriet, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und 19130 zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß Ich es sei; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists; den greifet, und führet ihn gewiß. Und alsobald trat er zu Jesu, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbil und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn.

Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie u ihm: HErr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Laßt sie doch so ferne machen. Und zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Und rührete sein Ohr an, und heilete ihn.

Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen; bin ich doch täglich bei euch gewesen und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis, auf daß die Schrift erfüllet werde. Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand gekleidet auf der bloßen Haut; und die Jüng⸗ linge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren, und flohe bloß von ihnen.