Druckschrift 
Gesangbuch für die Evangelisch-protestantische Kirche des Großherzogtums Baden
Entstehung
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506 Anhang.

2. Bei einem Gewitter.

Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich. Du wölbest es oben mit Wasser, du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehest auf den Fittichen des Windes. Du machest die Winde zu deinen Boten und die Feuerflammen zu deinen Dienern. Du hast das Erdreich gegründet auf seinen Boden, daß es bleibet immer und ewiglich. Mit der Tiefe deckest du es wie mit einem Kleide, und Wasser stehen über den Bergen. Aber von deinem Schelten fliehen sie, von deinem Donner fahren sie dahin. Deine Blitze leuchten auf dem Erdboden, das Erdreich sieht es und erschrickt. Aber wer unter deinem Schirm, du Höchster, sitzet und unter deinem Schatten, o Allmächtiger, bleibet, der spricht getrost und unverzagt: Meine Zu⸗ versicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe! Herr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns! Halte die zuckenden Blitze in deiner allmächtigen Hand, steure dem Sturm und Unwetter und behüte unsre Häuser und Felder, daß sie nicht Schaden leiden! Laß deine Wetter gnädig an uns vorüberziehen, so wollen wir dir mit Freuden die Opfer unsers Lobes und Dankes darbringen, der du unser treuer Gott und Vater bist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

3. In Ureuz und Leiden.

Ewiger, barmherziger Gott und Vater! Zu dir nehmen wir unsre Zuflucht in unsrer Not. Höre auf unser Flehen und verwirf uns nicht von deinem Angesicht! Wir hoffen auf dich, denn bei dir ist Gnade und viel Vergebung. Lindre du die Leiden, mit denen du uns heimgesucht hast! Tröste, stärke, errette, hilf uns nach deiner Barmherzigkeit! Wohl müssen denen, die dich lieben, alle Dinge zum besten dienen. Doch du kennst unser schwaches, trotziges und verzagtes Herz. O hilf uns, daß wir nicht verderben! Entziehe uns nicht des Glaubens Trost! Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit unsre Seele, Gott, zu dir. Dir befehlen wir alle unsfre Wege. Du wirst uns nicht ewig in Unruhe lassen, du wirst uns nicht verlassen noch versäumen. Auf dich harren wir, Herr; mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen! Amen.

Psalm 25. 39. 73. 126. 146.