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Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen : [nebst] Ordnung des Gottesdienstes
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35 Gebete für Kranke und Sterbende.

gebrochen, vor deinen Thron und danke dir, daß du mich dies

hast erleben lassen. Du weißt, Herr, wie ich die Nacht

en Tag wieder

auf meinem Kran⸗ tenbett zugebracht habe. Ich kann nicht genug deine Güte preisen, daß du das Licht der Sonne mich wieder sehen lässest. Die Sonne geht wieder auf:

Herr, mein Gott, laß auch deine Gnade nen über mich aufgehn. mit diesem Tage neue Kräfte und neue Geduld, mein Leiden willig zu tragen. Es hat dir gefallen, Herr, mich auf dies Krankenbett zu legen: wohlan, ich will darauf bleiben, so lange es dir gefällt. Du willst mich da⸗ durch in die Stille führen, damit du allein mit mir reden und mich unter⸗ weisen mögest, wie ich für meine Seele sorgen soll. Ich will die Zeit be⸗ nutzen, mein vergangenes Leben zu prüfen: ob ich dir gedient, dich geehrt, dir gehorcht habe. Gieb, wenn ich solches verneinen muß, daß ich mich von Herzen darüber betrübe und wahre Buße thue, auch mit dir einen neuen Bund mache und also mit Furcht und Zittern schaffe, selig zu werden. Gieb, daß ich, o Jesu, den ganzen Tag möge mein Herz bei dir haben, eifrig beten, an deine Leiden, Wunden und Tod gedenken und das wahre Heil meiner Seele betrachten. Gieb mir einen schönen Trostspruch nach dem andern in mein Herz, der deiner Liebe mich versichere, deine Gnade mir versiegele und deiner Hilfe mich vergewissere. Erquicke mich in meiner Mattigkeit und stärke mich durch deinen heiligen Geist in meiner Schwach⸗ heit. Bewahre mich vor neuen Schmerzen, traurigen Stunden, erschrecken⸗ den Zufällen; willst du mich aber Leiden empfinden lassen, so weiche nicht von mir. Hilf mir den Tag glücklich und selig vollenden und alles mit Ge⸗ lassenheit und stillem Mut annehmen, was du mir auflegest. Siehe, mein

Gieb mir

Gott, hier bin ich, mache es mit mir, wie dir es wohlgefällt. Du bist mein

Vater, ich bin dein Kind. Ich will deine Güte rühmen und deine Barm⸗

herzigkeit preisen über alles, was du an mir gethan hast. Amen. öů 4. Abendgebet eines Kranken.

Ach du barmherziger Gott, ich habe nun wieder einen Tag überlebt Herr, du hast nach deiner Güte bis auf diese Stunde mir mein Leben ge⸗ fristet, dafür sei deiner Vatertreue herzlich Lob und Dank gesagt. Beson⸗ ders preise ich deinen Namen, daß du diesen Tag meine Schmerzen und Krankheit mir hast tragen helfen. Ja, Herr, du legst eine Last auf, aber du hilfst uns auch. Der Herr hört das Schreien der Elenden und verweigert ihnen nicht, um was ihr Mund bittet. Ach großer Gott, die Nacht bricht herein, bleibe bei mir und weiche diese Nacht nicht von mir. O heilige Dreieinigkeit, ich lobe dich in Ewigkeit. Wende diese Nacht von mir ab alle gefährlichen und plötzlichen Zufälle; lindre meine Schmerzen; bewahre mich vor Schrecken, Angst und Unglück. Ach bleibe, himmlischer Vater, bei deinem kranken Kinde. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? O Jesu, die Sonne ist gewichen, du, o Sonne der Gerech— tigkeit, weiche nicht von mir. O du werter heiliger Geist, Tröster der Betrübten und Beistand der Elenden, bleibe bei mir, stärke mich und er⸗ halte mich in wahrem Glauben und christlicher Geduld. Heilige Dreieinig⸗ keit, nimm mich auf in deinen Schutz. Der Herr segne mich und behüte

mich mit all den Meinen und samt allen Betrübten und Leidenden; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Und soll ja diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so nimm mich, Herr, in Him⸗ mel ein, in deinen Freudensaal. Amen

ligen dir C deine Gnad mit n alle? daß i Gelül Seele war nomm zurück nun b Stimn wande Aber schrie, Wund sagen, dein l Barm führen und d mehr