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Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen : [nebst] Ordnung des Gottesdienstes
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Gebete für Kranke und Sterbende.

in meine Hände habe ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je ge⸗ liebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.)

Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. (Joh. 7. 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Offb. 2, 10.)

(Auch können folgende Abschnitte der heiligen Schrift von dem Krauken gelesen oder demselben vorgelesen werden: 1. Petr. 5, 6—11. Psalm 130. 25. 42. 63, 2—9. 91. Klagel. 3, 22—42. Röm. 8, 18—27, 28—-39. 1. Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offb. 7, 9—17.)

2. Auf dem Krankenbette. 1. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und

gesprochen:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen,“ deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not, durch Jesum Chr stum deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen fündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krank⸗ heit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese um deiner Barm⸗ herzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir verkündige und preise. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammerthal und elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille, wie im Himmel also auch auf Erden. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

2. Mein Gott, es hat dir nach deinem heiligen Rat und Willen ge⸗ fallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen und dadurch nicht allein mich von meinen Geschäften, meinen Sünden und sündlichen Gewohnheiten abzu⸗ schneiden, sondern mich auch an meinen Tod zu erinnern, mich aufmerksam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir: ach wie gar nichts sind doch alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, darnach das Gericht. Doch vergesse ichs nur zu leicht wieder.

Darum bitte ich dich: ach Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Ich weiß auch, daß ich alles muß verlassen, meine Habe, Gut, Ehr, Glück und was ich in der Welt besitze. Ich habe hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Krankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit Buße und Glauben, mit wahrer Prüfung meines bisherigen Lebens zum seligen Sterben bereite und also von Welt und Sünde abgezogen und mein Leben, Geist und Seele dir geheiligt werde. Siehe, mein Gott, hie bin ich, nimm meine Seele hin; aber bereite mich zuvor recht in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, ich mög in deiner Gnade und selig sterben. Amen.

3. Morgengebet eines Kranken. Heiliger Gott, Vater, Sohn und Geist, ich komme jetzt, da der Tag an⸗

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