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Evangelisches Gesangbuch / hrsg. von der Bezirkssynode Wiesbaden
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1769.

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Lob und Dank. 20

2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts ge— nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus lei⸗ den, damit du könntest selig sein.

4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn?

Sein Will ist mir ins geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich.

5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er; je mehr ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwach— heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeitk der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks.

Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769.

20.

Mel. Alle Menschen müssen sterben.

W' soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth?

Sende deines

mir dazu von oben Geistes Kraft, mein Gott;

denn ich kann mit nichts erreichen

deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür:

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