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Abendgebete. 109
Zwischen heute und morgen liegt die Nacht! Ber vahre mich, o Gott, in dieser Nacht! Der Schlaf ist süß; du, der immer wacht, Allmächtiger, bist meine Sicherheit Amen.
(Cl. Harms. Schlesw.⸗Holst. Gesangbuch.)
4. Nun will ich beim Herrn mein Morgengelübde lösen und ihm, dem Höchsten, Lob sagen.
Mein letzter wie mein erster Gedanke sollst du sein, o Vater. Höre dein Kind, das zu dir betet.
Ich hebe werter Hände zu dir empor, sie sind dazu nicht müde. Ich schlage meine Augen zu dir auf, sie sind mir dazu nicht schwer vom Schlaf.
Und ich darf heiliger Vater, ich darf es thun. An an 1n Händen klebt kein Frevel, kein Raub, keine schänd⸗ lice That, und ansehen kann ich jeden Mens chen mit hem Gesicht.
Aber 1— Gott, bist nicht wie die Menschen, du weißt mehr als f
Du weißt alles, 5. ich weiß; und mehr als ich selbst weiß, ist dir bekannt, Allwissender!
Siehe, mein Wort sollte vor dir auch keine Recht— fertigung sein. Ich bekenne in Demut, ich habe heute nicht immer gedacht, wie ich denken sollte, nicht immer ge⸗ than, was ich thun sollte, und bin so nicht das gewesen, was ich sein sollte, und in deinen heiligen Augen vielleicht schlechter als der und der, den man Verbrecher nennt; Vater, o sei mir Sünder gnädig!
Ich würde glauben, mir Dornen auf mein Lager zu twagen, wenn ich meine Sünden mitnähme. Barmherziger Gott, um deines Sohnes Jesu Christi willen, der mich bersöhnt hat, laß sie alle vergeben sein!
Dann aber, in Kraft davon, wollest du mir geben eine immer inbrünstigere Liebe zu dir, wie sie aus dem Glauben geboren wird, der gewissen Zuversicht dessen, was man hofft.
Solche Zuversicht hat auch heute, wie alle Tage, bei mir h wachsen müssen, denn deine Güte ist alle Morgen neu. Schon was du in einer einzigen der jetzt verflossenen Tages⸗ stunden an mir und für mich gethan hast, bin ich nicht vermögend zu zählen und zu rühmen.
Gott, du kennst mein Herz' und meine Dankbarkeit. Die Nacht ist da, und die Stille ladet zur Ruhe ein.
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