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nun und ver—
So „SOei
Lob⸗, Dank- und Bittlieder. 23
dich betend preisen, dringe, Dring' auch mein Gebet em⸗ por. Durch dich leb' auch ich im Staube, Schwach und hülflos ohne dich. Deine Huld, Gebet und Glaube Stärken und erheben mich.
2. Laß mein Bitten nie vergebens, Aber auch nie thöricht sein. Weisheit ist das Glück des Lebens, Die⸗ ser Reichthum, Gott, sei mein. Gib, daß ich rechtschaffen handle, Ohne Stolz und Heuchelei Stets vor deinen Augen wandle, Nie ein Knecht des Lasters sei.
3. Miche mir die Selig⸗ keiten Deiner Liebe früh be— kannt. Lüsten, die den Geist bestreiten, Wehre selbst mit starker Hand. Lehre mich wohl überlegen, Was ich bin, was mir gebricht, Was nach wohl vollbrachten We— gen Dort die Ewigkeit ver— spricht.
4. Laß vergängliches Ver— gnügen Meinen Endzweck niemals sein, Laß mich hassen alle Lügen, Stets mein Herz der Wahrheit weihn. Mache mein Gemüthe heiter Und von Gram und Leichtsinn frei. Gib, daß ich ein gu— ter Streiter Auf der Tugend Kampfplatz sei.
5. Groß und edel laß mich denken, Sanftmuth meine Zierde sein, Feinden,
die mich schmähn und krän⸗ ken, Willig, wie du mir, ver⸗ zeihn. Hast du mir ein Amt gegeben, Sorg' und Arbeit auferlegt, Dann gib Kraft, daß mein Bestreben Deines Beifalls Siegel trägt.
6. Hängt das Herz an eiteln Schätzen, Dann ver⸗ gißt es Pflicht und Gott, Treibtmit göttlichen Gesetzen, Treibt mit Höll' und Him⸗ mel Spott. Schlägt es Schand' und Mangel nieder, O dann murrt die Unge— duld, Zweifelt und verzaget wieder An des Höchsten Hülf' und Huld.
7. Beides wende du in Gnaden Von mir, mein Erbarmer, ab. Nähm' ich an der Seele Schaden, O wie schreckte mich das Grab! Wenig und ein gut Gewissen Macht den Aermsten groß und reich, Ist ein sanftes Sterbekissen, Ist schon hier ein Himmelreich.
8. Werd' ich einst zurücke⸗ sehen Auf die Zeit, die ich vollbracht, Schrecke mich nicht mein Vergehen, Nicht das Bild der Todesnacht. Dann gib, daß ich meine Seele Mit des Glaubens Zuversicht Deiner Hand, o Gott, befehle, Dann, mein Gott, verlaß mich nicht.
(Old. G.⸗B.) Joh. Fr. Mudre 1736—-1810.


