Beschluß und täglicher Seutzer. 75
laß ab von deiner Ungnade uͤber uns. Beschuͤtze deine arme Christenheit, welche sich auf dich allein verlaͤsset, daß die Pforten der Hoͤllen sie nicht uͤberwaͤltigen. Sei und bleibe du mitten unter uns, und weiche nicht von deiner Gemeine. Thue sol⸗ ches um deines Namens willen, daß er nicht enthei⸗ liget werde, ja thue es um IEfu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. Habermann.
Beschluß und läglicher Seufzer. O mein guͤtiger GOtt/ himmlischer Vater, dir ist meines Herzens Anliegen besser bekannt, als mir sel⸗ ber. Du bist ja unser GOtt/ der uns bereitet hat, unser Vater, der Tag und Nacht immer fort und fort Sorge fur uns traͤget, der du nicht schlaͤfest, sondern deine vaͤ⸗ terlichen Augen stets auf uns wendest, daß auch nicht ein Haͤrlein von unserm Haupte wider deinen Wil⸗ len fallen mag.
Ach mein HErr und mein GOtt, so hilf mir doch nun, wie du am besten weißt, wie mir zu helfen stehet; du bist ja der allmaͤchtige
GOtt, der bald Huͤlfe schaffen kann, da keine ist. Du kannst aus nichts etwas machen; denn alles, was du willst, das thust du im Himmel und auf Erden, und ist niemand, der dir kann und darf widerstreben, oder der dich hindern kann/ uns zu helfen.
Darum, mein GOtt und Helfer, hilf mir um deines Namens willen, wie du weißt, daß mir nach deinem gnaͤdigen Willen nuͤtz und selig ist. HErr, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Ich bin gewiß, es gehe mir, wie es wolle, wohl oder uͤbel, daß mir alles muß zum Besten gereichen.
Leb ich, so leb ich dein, sterb ich, so sterb ich auch dein. Nur allein gieb mir Geduld, dir in allem Kreu⸗ ze still zu halten, und dei⸗ nem Willen, der allewege der beste ist, in allem willig und gerne zu folgen, und ungezweifelt zu glauben, du werdest es mit mir so wohl machen, daß ich mit herzlichem Seufzen: Der HErr hat alles wohlge⸗ macht! dich werde loben, ruͤhmen und preisen. Hilf mir, mein IEsu, zu der ewigen Seligkeit. Amen.


