74 Am Kirchweih-(Retormations-) Fest.
Ewigkeit. Luther.
Ewigkeit zu Amen.
ir glauben an GOtt
Vater, GOtt Sohn und GoOtt den heiligen Geist. GOtt helfe uns allen, daß wir in solcher Lehre und Glauben bis an unser Ende bestaͤndig und rein erfunden werden. Amen. Luther.
Am Kirchweih-(Refor⸗ mations-) Fest.
Vater aller Barmher⸗
zigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhaͤltst: ich bitte dich, du wollest deine kleine Heerde, das arme Haͤuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen, ehret und foͤrdert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei rechtem Gebrauche der hochwuͤrdigen Sakramente stets und fest erhalten, wi⸗ der alle Pforten der Hoͤlle, wider alles Wuͤthen und Toben des leidigen Teu⸗ fels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt. Erhalte dein Schiff⸗ lein sammt deinen Christen mitten auf dem ungestuͤ⸗ men Meere unter allen Wellen und Wasserwogen/ daß es nicht sinke noch un⸗ tergehe. Laß deine Kirche fest und unbeweglich stehen auf dem Crundfelsen, dar⸗ auf sie erbauet ist. OGOtt
schaue vom Himmel, und siehe an und suche heim deinen Weinstock, und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzet hat, und den du dir festiglich erwaͤh⸗ let hast, auf daß sein Ge⸗ waͤchs ausgebreitet und seine Zweige groß werden; verzaͤune ihn mit deinem Schilde. Nimm uns, deine Schaafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus dei⸗ ner Hand reiße. Behuͤte uns vor allen denjenigen, so da suchen Vertilgung rechter Lehre, Aufrichtung und Bestaͤtigung ihrer schaͤndlichen Abgoͤtterei. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so tins jetzt scheinet, nicht unterdruͤcket oder ausge⸗ loschet werden, sondern thue Huͤlfe durch deinen großen ausgestreckten Arm/ und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so vie⸗ len Anstoͤßen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch habest ein Volk, das dich erkenne, ehre und anbete, und deinem hei⸗ ligen Namen diene. Ach HErr, schone deines Volks, und laß dein Erbtheil nicht zu Schanden werden, laß uns nicht entgelten unsere Suͤnden, der du die Misse⸗ that vormals vergeben hast deinem Volk, und alle ihre Suͤnde bedecket, der du vor⸗ mals hast allen deinen Zorn aufgehnben und dich ge⸗ wendet von dem Grimm deines Zorns. Troͤste uns,
Zebaoth, wende dich doch, GOtrt, unser Heiland, 105 N


