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Erste Abtheilung.
1. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes.
Mel. Es ist gewißlich an der zeit.
20 Geraar gott! vor dein * gericht Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem ange⸗ sicht Auch mir mein urtheil fällen. O laß mich jede sünde scheun, Und hier mit ernst beflissen seyn, Vor dir einst zu bestehen.
2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du gerechter richter.
3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Du schützest sie vor manchem leid, Darein die fünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlge⸗ fällt, Den man der tugend widmet.
4. Ja, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der from⸗ men. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen.
5. Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der dein gesetz und recht entweiht, Bist du ein strenger rächer. Verachtung, elend, schmerz und hohn, Gewissensmarter sind sein lohn Oft schon in diesem leben.
6. Und bleibt auch hier viel unge⸗ straft, Viel gutes unbelohnet, So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann triumphirt der fromme.
7. Gerechter gott, laß mich wie du, Das gute eifrig lieben; Gieb selber mir die kraft dazu, Es willig auszu⸗ üben. Regt sich die sünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde.
8. Und weil vor dir, gerechter gott Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des mittlers tod Bei wahrer reue
sehen: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen.
Mel. Jesu, deine tiefen wunden.
21 ott! vor dessen angesichte * Ehrfurcht billig uns er⸗ füllt! Ew'ges licht, aus dessen lichte Stets die reinste klarheit quillt! Laß doch deine heiligkeit Unsern herzen jederzeit Kräftige ermuntrung geben, Nach der heiligung zu streben.
2. Heilig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines armes stärke Wirkst du stets vollkommne werke.
3. Herr! du willst, daß deine kin⸗ der Deinem bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen sünden, Kann vor dir nicht gnade finden.
4. O! so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns der sünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen?
5. Uns von sünden zu erlösen,
Gabst du deinen sohn dahin. O! so reinige vom bösen Durch ihn unsern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe.
6. Keiner sündlichen begierde Bleihe unser herz geweiht! Unsers wandels größte zierde Sey rechtschaffne heilig⸗ keit! Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirst du, herr! nur die erheben, Die im glauben heilig leben.
Mel
28.
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