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Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den kurfürstlich-hessischen Landen : [nebst] Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage [und] Der kleine Catechismus Herrn D. M. Luthers
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1⁴ Erste Abtheilung.

Doch deine allmachtshand; Denn du bist überall, Und dein ist jedes land.

5. Wollt ich in finsterniß Mich dei⸗ nem aug' entziehen, So sucht ich doch umsonst, Auch da dir zu entfliehen; Die dickste finsterniß Ist vor dir helles licht; Die nacht glänzt, wie der tag, Vor deinem angesicht.

6. Du warst schon über mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, daß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, Und meiner, eh ich war, Schon päterlich gedacht.

7. Du kanntest mein gebein, Eh ich ans licht gekommen, da ich im

dunkeln erst Die bildung angenommen, Dein auge sah mich schon, Eh' ich bereitet Har, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar.

8. Was für erkenntnisse, Für köst⸗ liche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schranken. Mit ehr⸗ furcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer, sehn, Dir folgen und dein lob, So gut ich kann, erhöhn.

9. Erforsche mich, mein gott, Und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu seyn mir scheine. Sieh, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern pfad.

c. Weisheit Gottes.

Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Eigene Melodie.

u weiser schöpfer aller 16. D dinge, Der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists, die deine große welt In ihrer daur und pracht erhält.

2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen sern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, So auch durch deine weisheit da. Unendlich, herr, ist dein verstand; Der ganze weltbau machts bekannt.

3. Mit eben diesen meisterhänden, Mit welchen du die welt gemacht, Re⸗ gierst du auch an allen enden, Was du höchst frei hervorgebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht.

4. Was du zu thun dir vorgenom⸗ men, Krönt auch, so bald du willst, die that: Wenn tausend hindernisse kom⸗ men, So triumphirt dein hoher rath. Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner hand.

5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den deinen blos erfüllen, Der seines zie⸗ les nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft beschämen kann.

6. O weisheit! decke meiner seele Des eigendünkels thorheit auf, Damit sie dich zum führer wähle In dieses

lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfahrt nicht: Drum leite mich dein sichres licht.

7. Du hastemich durch mein ganzes leben Bisher aufs weiseste geführt. Ja, dir muß ich die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert: O leite mich durch welt und zeit Hinüber in die ewigkeit.

Mel. Gott des himmels und der ꝛc.

17 UR sey mir im⸗

* mer Meines gottes weg und rath, Und die nacht sey ohne schimmer, Die mich hier umschattet hat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis' und gut.

2. Sollt ich das von gott nur lo⸗ ben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, Daß ihm gott mehr licht versagt?

3. Soll ein vater unterlassen, Was dem kinde thorheit ist? Kühner tad⸗ ler! engel fassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier sollst du dem herrn vertraun; noch nicht schaun.

4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir ge⸗ fällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, Was ein thöricht herz begehrt!

Und nur glauben,