8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphania.
thue ers mit Lust. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, han⸗ get dem Guten an. Die bruͤderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrer⸗ bietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid bruͤnstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid froͤhlich in Hoffnung, geduldig in Truͤbsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Froͤh⸗ lichen, und weinet mit den Wei⸗ nenden. Habt einerlei Sinn unter⸗ einander: Trachtet nicht nach hohen Oingen, sondern haltet euch herun⸗ ter zu den Niedrigen.
Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphania, Matth. 8, v. 1⸗13.
Do Jesus aber vom Berge herab
gieng, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussaäͤtziger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willt, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gerei⸗ niget. Und alsbald ward er von seinem Aussatze rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu: sag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß uͤber sie. Da aber Jesus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbruͤchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem! Gehe hin, so gehet
er, und zum andern: komme het, so kommt er. Und zu meinem Knechtt! Thue das, so thut ers. Da das Jesuh hoͤrete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfog ten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel niht funden. Aber ich sage euch: Vil werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isan und Jakob im Himmelreich sihm. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsterniß hin⸗ aus, da wird sein Heulen und Zahm klappen. Und Jesus sprach zu den Hauptmann: Gehe hin, dir gescheh, wie du geglaubet hast. Und sn Knecht ward gesund zu derselbizn Stunde. Epistel, Roͤm. 12, v. 16⸗A. altet euch nicht selbst fuͤr klhz H Vergeltet niemand Boͤses mil Boͤsem. Befleißet euch der Ehn barkeit gegen jedermann. Ists wög⸗ lich, so viel an euch ist, so hallt mit allen Menschen Friede. Rächt euch selber nicht, meine Liebsie, sondern gebet Raum dem Zorn, dehn es stehet geschrieben: Die Rache is mein, ich will vergelten, spricht dir Herr. So nun deinen Feind huh⸗ gert, so speise ihn, duͤrstel ihn, s traͤnke ihn. Wenn du das thust, s wirst du feurige Kohlen auf seh Haupt sammeln. Laß dich nicht dal Boͤse uͤberwinden, sondern uͤberwinde das Boͤse mit Gutem.
Evangel. am 4. Sonntage nah Epiphaniaͤ, Matth. 8, v. 28⸗27.
Ur Jesus trat in das Schiff, M
seine Juͤnger folgten ihm. MW siehe, da erhub sich ein groß Ung stuͤm im Meer, also daß auch du Schifflein mit Wellen bedecket wath, und er schlief. Und die Juͤnger tun ten zu ihm, und weckten ihn aif und sprachen: Herr, hilf uns, vi verderben. Da sagte er zu ihnen Ihr Kleinglaubige, warum seyd ih so furchtsam? Und stand auf und le


