Vorwort.
des Gebets, ohne welches der Christ vor Gott nicht erscheinen darf, die Collecte, welche allezeit dem Sonntagsevangelium entspricht. Denn wie im Cvangelium der HErr seine besondre Gabe am jedes⸗ maligen Sonntage geben will, so spricht die Gemeinde in der Collecte dies ihr sonntägliches Bedürfniß aus. Die Collecte leitet der Versikel ein im Wechsel zwischen dem Prediger und der Gemeinde, und die Gemeinde bekennt sich zur Collecte durch das Amen. Nun thut der 42 1—— Mund auf und giebt der Gemeinde seine erste himmlische Gabe in der Epistel, dem Gesetz des Neuen Bundes, und thut seinen heiligen Willen kund, worauf der Chor mit dem Dankspruch erwidert, mit dem Hallelujah, Lobet den Herrn, Sequenz, Nimm von uns, dem Tractus, der Litanei. Der Tractus findet seine Stelle in den Fastenzeiten, von Septuagesimä bis Lätare, das Graduale auf Judica und Grün— donnerstag, die Sequenzen in den Festzeiten, die Litanei in ihrer vollen, oder verkürzten Form (Nimm von uns) zu jeder Zeit. Wird die Litanei am Schluß des Gottesdienstes gesungen, wie dies dann, wenn keine Communion Statt findet, geschehen soll, so muß sie nach der Evistel ausfallen, und tritt dann das Hallelujah, oder Lobet den Herrn ein. Wird die Litanei nicht gesungen, mag die Gemeinde einen Gesang singen, der der Epistel entspricht, etwa ein Bußlied, nachdem der Chor den Dankspruch und das Hallelujah ꝛc. gesungen hat. Nachdem der Herr in der Epistel seinen heili— gen Willen der Gemeinde kund gethan, und Chor und Gemeinde ihren Dank und Lobpreisung dafür als Opfer dargebracht, thut der Herr noch mehr und versichert die Gemeinde seiner Gnade im CEvan— gelio, das der Chor mit dem Lob sei dir Christe, und die Gemeinde mit dem Glaubensbekenntniß aufnimmt, bei dem die Orgel schweigt, oder der Chor singt das Nicäenische Glaubensbekenntniß. Nun versenkt sich die Gemeinde in der Predigt in das Cvangelium als das Wort der Gnaden und dankt dem Herrn in dem Predigtliede, während dessen sich die Communikanten auf dem Chor ver— sammeln. Anstatt des Predigtliedes mag auch das Offertorium gesungen werden als Bereitung auf die Sakramentsfeier. In dieser gipfelt die ganze Mess, denn das Sakrament ist das höchste, was Gott der Gemeinde geben kann, weßhalb diese Feier auf das Prächtigste ausgestattet ist in der Präfation (dem Complex der Gebete) und dem Sanctus. Nach der Distribution beginnt die Schlußhandlung mit dem Scheidegruß. In der Collecte mit dem Versikel bringt die Gemeinde dem Herrn das Dankopfer für die empfangne Gnade, und empfängt dann den Segen des Herrn. Im Ausgang ruft der Chor der scheidenden und so hochbegnadigten Gemeinde nach, dem himmlischen Vaterlande unter Gottes Segen entgegen zu pilgern zum ewigen Sabbath und vollendeten Gemeinschaft mit Gott. Findet keine Communion statt, verläuft der Gottesdienst vom Introitus bis zum Predigtliede ganz in der— selben Weise. Nach dem Predigtliede aber wird allezeit die Litanei gesungen, dann folgt die Collecte und der Segen. Zum Schluß singt die Gemeinde und Chor: Erhalt uns Herr, mit: Verleih uns Frieden v.
Möge der treue, gnadenreiche Gott unsre heilige lutherische Kirche, die Kirche des reinen Worts und Sakraments, unsre liebe Mutter segnen, daß ihr Kinder geboren werden wie Thau aus der


