116
Episteln
Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdamm⸗ niß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klar⸗ heit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet.
Evangelium: Marc. 7, v. 31⸗37.
Un da der Herr Jesus wieder ausging von den Grän⸗
zen Tyrus und Sydon, kam er an das Galiläische Meer, miiten unter die Gränze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren und spützete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist: Thue dich auf, und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemanden sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat Alles wohlgemacht, die Tauben macht er hörend und die Sprachlofen redend.
Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Galater 3, v. 15⸗22.
Licken Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden. Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch Nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Samen zu⸗ gesagt. Er spricht nicht: Durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen; durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testa⸗ ment, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe.


