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Gesang- und Gebetbuch für die Erzdiözese Cöln
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Abbild sein. Er ist das Haupt der Auserwählten; wer ihm nicht gleicht, gehört zu den Verwor⸗ fenen.

2. Man gibt sich so viel Mühe, um die Moden und Sitten der Welt nachzuahmen, aber wer denkt an das Leben und die Tugenden Jesu? Die Höflinge richten sich ganz nach ihrem Fürsten, die Schüler eines Philosophen ahmten sogar dessen Fehler nach; habe ich aber mich jemals ernst⸗ lich bestrebt, den Sohn Gottes nachzuahmen? Welche Schande für mich, daß ich noch keinen Schritt getan habe, um ihm nachzufolgen? Welche Beleidigung für ihn, daß er uns voran⸗ geht, aber niemand ihm folgt!

3. Was werde ich am Tage des Gerichtes sagen, wenn man mich meinem Vorbilde gegen⸗ überstellt, wenn man das Leben Jesu dem mei⸗ nigen entgegensetzt, seine Demut meinem Stolze, seine Sanftmut meinem Zorne, seine Wunden meiner Weichlichkeit! O, welch ein Ungeheuer, ein Christ ohne Christentum, ein Getaufter und doch ein Sklave des Teufels, unter der Fahne des Kreuzes und doch ein Anhänger des Fleisches und der Welt! Entweder muß ich auf den Namen eines Christen verzichten, oder mein Leben dem des Erlösers ähnlich machen; denn ein Christ ist nur, wer Jesu nachfolgt.

Anwendung. Siehe zu, ob man dich aus deinen Handlungen als einen Jünger des Herrn erkennen kann.

Meister, ich folge dir, wohin du auch gehst. Matth. 8.

622 Kurze Betrachtungen auf alle Tage d. Monates.